Schreibpläne, Ziele und Vorsätze?!

„Na, hast du Vorsätze fürs neue Jahr?“ „Was habt ihr heuer geplant?“ Pünktlich zum Jahreswechsel holt uns dieses Thema wieder ein. Nachdem wir 2020 so viele Pläne über den Haufen werfen mussten frage ich mich: Was kann und möchte ich derzeit überhaupt planen?

Fragen zu meinem Romanprojekt

Für mein Schreiben finde ich es allerdings hilfreich, zumindest meine Motivation gelegentlich zu überprüfen. Also habe ich am Jahresanfang darüber nachgedacht, warum ich meinen Roman schreiben will.

  • Wie wichtig ist mir mein Roman?
  • Wie viel Zeit kann und will ich meinem Roman geben?
  • Welche Art von „Schreibzielen“ tut mir gut? Jeden Tag eine bestimmte Wortzahl? Eine feste Anzahl von Stunden? Oder lieber mehrere kurze Einheiten?

Meine Vorgehensweise (und meine Motivation) können sich wieder ändern. Aber es hilft mir, grundsätzlich zu reflektieren, wie ich mein Schreibprojekt momentan angehen möchte.

Allgemeine Fragen zum Schreiben

Unabhängig vom aktuellen Romanprojekt denke ich auch über folgende Fragen regelmäßig nach:

  • Wie kann ich mein Schreiben weiter verbessern?
  • Welche Schreibworkshops möchte ich besuchen?
  • Welche Schreibratgeber könnte ich lesen?
  • Wie/wo könnte ich mich mit anderen Schreibenden austauschen?
  • An welchen Schreibwettbewerben möchte ich teilnehmen?

Für komplexere Fragen, oder wenn ich mir noch nicht sicher bin, was ich eigentlich will, mache ich ein Freewriting. Das heißt, ich schreibe mit der Frage im Kopf acht (oder auch fünfzehn) Minuten lang drauflos und notiere alles, was mir einfällt.

Dann schaue ich das Geschriebene durch und unterstreiche das, was wichtig ist. Im nächsten Schritt kann ich mir als Gedächtnisstütze einige Punkte auflisten. Manche Leute gestalten bunte Bullet-Journals oder befüllen nüchterne Excel-Tabellen. Mich schreckt allerdings alles ab, was einen größeren „Verwaltungsaufwand“ mit sich bringt…

Collagen zu Träumen und Wünschen

Meinen Träumen und Wünschen komme ich gelegentlich mit einer Collage auf die Spur. Das setzt voraus, dass man vorher eine Weile lang fleißig Zeitschriften gesammelt hat. Ansonsten braucht man nur noch Kleber, Schere und einen großen Bogen Papier. Bevor ich loslege, überlege ich mir eine grobe Leitfrage wie „Was ist mir in diesem Jahr wichtig?“ Dann reiße ich spontan Bilder aus, die mich in dem Moment ansprechen, und klebe sie als wilde Collage zusammen. Macht großen Spaß! Die Collage kann man sich an die Wand hängen, um die Vision immer vor Augen zu haben (das habe ich allerdings noch nie gemacht).

Schreibpläne dürfen flexibel bleiben

Bei aller coronabedingten Planungsmüdigkeit spricht einiges für Schreibpläne, Schreibziele oder Schreibvorsätze: Anders als Reisepläne können wir sie nämlich in jeder Situation gut umsetzen. Wir haben es größtenteils selbst in der Hand, ob wir unsere Wortziele erreichen, oder ob wir unseren Vorsatz wahr machen, endlich Stephen Kings Das Leben und das Schreiben zu lesen.

Alles, was wir selbst beeinflussen können, kann uns Halt und Struktur im unsicheren Alltag geben. Dass wir trotzdem flexibel bleiben und unsere Pläne gelegentlich anpassen (sollten), ist dabei für mich kein Widerspruch.

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