Warum ich virtuelle Schreibworkshops liebe

Momentan lesen wir überall von „Zoom-Müdigkeit“, und viele freuen sich über Präsenztreffen. Klar, ich sitze auch gern mit anderen Menschen zusammen, plaudere in den Pausen und stelle mich in der Kloschlange an. Aber ich habe virtuelle Schreibworkshops wirklich lieben gelernt! Nicht nur aus den offensichtlichen Gründen. Sondern weil sie gerade fürs Schreiben und Kreativsein wunderbar funktionieren.

Das Offensichtliche

1. Wir müssen nicht reisen

Ich fand es immer schon stressig, für ein Workshop-Wochenende irgendwo hinzufahren. Natürlich kann man einen Kurzurlaub daraus machen, wenn man Zeit und Geld hat. Für mich hieß das aber oft:

Zeit mit einer weiten Anreise zu verplempern. Auf die Pünktlichkeit der Bahn angewiesen zu sein. Vielleicht kurz vor Workshopende schon zum Flughafen hetzen zu müssen. Lange Wartezeiten überbrücken zu müssen. In mehr oder minder guten Hotels zu übernachten. Und dabei habe ich die mangelnde Nachhaltigkeit solcher Kurztrips noch gar nicht erwähnt.

Und online? Mache ich es mir dort gemütlich, wo ich gerade bin, und logge mich entspannt kurz vorher ein. Und schon eine Minute nach Kursende bin ich frei für andere Dinge. Das schätze ich als Trainerin genauso wie als Teilnehmende.

2. Wir haben weniger Kosten

Wenn ich als Privatperson zu einem Schreibworkshop reise, trage ich Fahrtkosten und Unterkunft selbst. Natürlich zusätzlich zur Kursgebühr. Das kann schnell teuer werden. Dazu wird vermutlich auch der Anbieter die Raummiete auf alle umlegen. Das heißt, Präsenzworkshops kosten oft mehr als die Online-Variante.

Für mich als Trainerin ist der Spagat zwischen „kostendeckend“ und „leistbar“ schwierig, denn schöne Locations kosten Geld. Zusätzlich habe ich Stornogebühren, auf die ich meine Anmeldefristen abstimmen muss. Online kann man sich bei mir immer spontan entscheiden, mitzuschreiben.

3. Wir sind ortsunabhängig und vernetzen uns weltweit

Bei meinen virtuellen Schreibworkshops sind nicht nur Schreibende aus Wien mit dabei, sondern aus dem ganzen deutschsprachigen Raum. Einige leben sogar in den USA oder loggen sich zwischendurch vom Strand oder aus der Berghütte ein.

Und auch ich konnte schon die eine oder andere ungeplante Reise antreten, obwohl ich in der Zeit einen Workshop anberaumt hatte. Einzige Bedingung: Das W-LAN sollte vor Ort einigermaßen stabil sein.

4. Wir können auch mit Schniefnase dabei sein

Nicht nur während der Pandemie ist es jeden Winter dasselbe: Überall wird geschnieft und gehustet. Ich bleibe davon nur selten verschont. Wer richtig krank ist, gehört natürlich ins Bett. Aber oft kränkeln wir tagelang ein bisschen herum, fühlen uns aber fit genug, um zu schreiben.

Zu einem Präsenzworkshop würden wir trotzdem nicht anreisen, schon aus Rücksicht auf die Gruppe. Aber online können wir dabei sein. Und ich als Trainerin muss in der Erkältungssaison nicht jeden zweiten Workshop absagen, nur weil ich wieder mal ein Kratzen im Hals habe.

Lust auf noch mehr Inspiration für dein Schreiben?

Dann lade dir jetzt kostenlos meine Schreibfreuden-Rezepte herunter: Ein PDF-Dokument mit Tipps, die dich entspannt in den Flow bringen.

Meine Erfahrungen

1. Wir können online genauso wach bleiben

Ich möchte keine der aktuellen Studien zur Zoom-Müdigkeit anzweifeln, denn ich habe das Thema nicht wissenschaftlich untersucht. Meine persönlichen Erfahrungen sind jedoch komplett anders!

Schreibende kommen müde vom Tag in meine Workshops. In der Einstiegsrunde sagen sie oft, sie hätten sich gerade noch dazu aufraffen können. Und in der Schlussrunde blicken sie dann hellwach, zufrieden und voller Schreibenergie in die Kamera.

Woran liegt die berühmte zoom fatigue also tatsächlich? Ich vermute, sie liegt weniger am Medium selbst. Sondern eher daran, dass manche Anbieter ihre Teilnehmenden nur berieseln. Trockene Kursinhalte werden nicht lebendig präsentiert. Es gibt nicht genügend Austausch und Interaktion. Vielleicht machen sie auch einfach zu wenige Pausen?

Sicher ist es ermüdend, stundenlang auf schwarze Kästchen zu starren, weil niemand seine Kamera einschaltet. Das zu ändern, habe ich als Trainerin in der Hand. Denn natürlich müssen wir virtuelle Schreibworkshops aktiv so gestalten, dass sie nicht müde machen.

2. Es tut gut, in unserer Wohlfühl-Umgebung zu schreiben

Wer erinnert sich noch an sterile Meetingräume mit Flipcharts und bunten Stiften? Ich habe darin endlose Stunden auf ungemütlichen Stühlen verbracht und bei eisiger Klimaanlage gefroren. Na, wenigstens gab’s dazu trockene Kekse und eine Thermoskanne mit lauwarmem Kaffee.

Und nun wollen Studien ergeben haben, dass wir bei Treffen in solchen Räumen kreativer sind als online? Ganz ehrlich: Das erlebe ich völlig anders.

Ich finde es angenehmer, es mir in meiner vertrauten Schreibumgebung gemütlich zu machen. Wenn mir danach ist, sogar in Jogginghose. Trotzdem schreibe ich nicht allein, sondern bin gemeinsam mit anderen kreativ: An meinem Schreibtisch, auf dem Sofa, oder auf dem Balkon. Ich kann die Kekse essen, die mir schmecken, und dazu gibt’s einen heißen Kaffee mit viel Schaum. Herrlich!

3. Wir können virtuell genauso kreativ sein

Ich habe in meinem Leben schon in sehr vielen langweiligen und unkreativen Meetings gehockt. Fast immer fanden sie in Präsenz statt. In meinen Schreibworkshops spüre ich dagegen, wie der virtuelle Raum erfüllt ist von Herzlichkeit, Wärme und – tadaaa! – Kreativität.

Ob wir kreativ sein können, liegt nämlich auch hier nicht am Medium. Sondern daran, ob wir einen geschützten Raum haben, in dem sich unsere Kreativität entfalten darf.

Diesen Raum schenkt uns Gateless Writing: Wir sind entspannt und müssen uns vor nichts fürchten. Wir bekommen Schreibimpulse, die funktionieren. Wir schreiben mit der Hand. Und wir können auf den wertschätzenden Umgang mit uns und unseren Texten vertrauen.

Das muss ich als Trainerin sicherstellen, denn dann können wir uneingeschränkt kreativ sein. Schreibflow ist immer möglich. Egal, ob in Präsenz oder online.

Das hat dir gefallen? Dann lies gleich weiter …

Bild zum Blogbeitrag "Erfolg mit Gateless Writing", Bild zeigt Autorin Sandra Engelbrecht.

Erfolg mit Gateless Writing

Die Autorin Sandra Engelbrecht hat kürzlich bei einem Schweizer Wettbewerb gewonnen und ist mit ihren Texten sichtbarer geworden. Sie schreibt schon länger mit Gateless Writing und führt ihren Erfolg auch … Weiterlesen …

Flash Fiction: Kleine Stories, große Wirkung

„Die Blutgruppe des Babys? Menschlich, größtenteils.“ (O. S. Card)„Als das Telefon nicht klingelte, wusste ich, dass du es warst.“ (Dorothy Parker) Faszinierend, oder? Wenige Wörter erzählen uns da eine ganze … Weiterlesen …
Cookie Consent mit Real Cookie Banner