Musik zum Schreiben II: Figuren, Orte und Zeiten

Im ersten Teil dieser Mini-Serie über das Schreiben mit Musik ging es darum, wie wir Musik einsetzen können, um uns in verschiedene Schreibstimmungen zu versetzen: Einige Musikstile fördern unsere Entspannung, andere treiben uns eher an. Teste doch mal, welche Klänge sich für verschiedene Schreibsituationen oder Arbeitsschritte eignen! Wir können Musik aber auch als konkreten Impuls nutzen, wenn wir an einem Roman oder einer Kurzgeschichte arbeiten. Wie das geht, dafür habe ich heute ein paar Tipps für dich.

Während wir einen Film schauen, bemerken wir oft gar nicht, wie die Musik perfekt auf jede einzelne Szene abgestimmt ist. James Newton Howard, Alexandre Desplat oder Rachel Portman schaffen es, unsere Emotionen mit ihrer Filmmusik unbewusst zu verstärken. Diesen Effekt können wir nutzen, wenn wir dramatische oder romantische Szenen schreiben. Hör mal in Playlists mit „Großen Soundtracks“ rein und suche dir die passende Musik für deine Szene aus.

Welche Musik hört deine Figur?

Beim Schreiben nehmen wir uns idealerweise viel Zeit dafür, unsere Figuren kennenzulernen und beleuchten Facetten aus ihrem Leben – auch solche, die gar nicht in der Geschichte vorkommen werden. Hast du schon mal darüber nachgedacht, welche Musik deine Hauptfigur mag? Lass sie ihre eigene Playlist zusammenstellen und höre sie beim Schreiben. (Das kann anstrengend sein, wenn du diese Musik selbst nicht gut findest, aber so lernst du deine Figur von einer neuen Seite kennen!)

Wie klingen andere Zeiten und Orte?

Dein Roman spielt in New York oder Wien, aber du kannst gerade nicht dorthin reisen? Kein Problem! Auf Youtube kannst du dir stundenlang den New Yorker Streetsound, Wiener Kaffeehausgeräusche und viele andere musikalische Hintergründe reinziehen.

Vielleicht schreibst du gerade eine Geschichte, die in einer anderen Zeit spielt. Weißt du, welche Musik man damals gehört hat? Mönchsgesänge aus dem Mittelalter oder ein „Best Of“ der Bee Gees wirken wie eine Zeitmaschine.

Manchmal spielen unsere Geschichten auch an fernen Schauplätzen, an denen wir selbst noch nicht waren. Dann müssen wir natürlich einige Hintergründe zur dortigen Kultur recherchieren. Musik kann ein Teil davon sein: Vielleicht hört unsere Hauptfigur dort Trommeln, Gamelan oder Kanto-Pop. Musik aus anderen Teilen der Welt zu hören, kann unseren Horizont erweitern und uns helfen, beim Schreiben gedanklich an diese Orte reisen.

Woran erinnerst du dich?

Wenn du einen autobiographischen Text schreibst, kannst du deine Erinnerungen mit Musik aus deiner eigenen Kindheit und Jugend wieder hervorlocken. Das kann die Schlagerparade sein, die du immer bei deinem Opa gehört hast. Die abgenudelte Kassette (manche von uns erinnern sich) mit Kinderliedern, die du im Auto immer wieder hören wolltest. Dein erstes Live-Konzert. Oder die Songs, die deine große Schwester mit ihrer Punkband gespielt hat.

Du hast Lust, mit anderen gemeinsam in deine Erinnerungen einzutauchen und lustige Anekdoten zu Papier zu bringen? Dann schreib doch mal mit im musikalischen Online-Schreibworkshop „Der Soundtrack deiner Jugend“. Nostalgie- und Schmunzelfaktor pur – übrigens generationsübergreifend!

Wie hilft dir Musik beim Schreiben? Hast du deine eigenen Playlists für Stimmungen, Figuren, Szenen, oder verschiedene Arbeitsschritte? Ich freue mich, wenn du mir davon erzählst! Schau auch mal in meinen Gastbeitrag auf dem MUSEDU-Musikblog rein – dort schreibe ich auch über Musik und Schreiben.

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