Musik zum Schreiben I: Stimmung und Motivation

„Schreibst du mit Musik?“

Zu dieser Frage habe ich neulich eine kleine Twitter-Umfrage gestartet. Das Ergebnis: Viele Menschen nutzen Musik, um sich in eine passende Stimmung zum Schreiben zu versetzen, manche lehnen sie aber auch pauschal als störend ab. Auch wenn du bisher geglaubt hattest, zur zweiten Kategorie zu gehören, kann es sich lohnen, nach dem passenden Sound für eine Schreibsituation zu suchen. Hier findest du einige Tipps, welche Klänge du wofür einsetzen kannst.

Finde die passende Musik für dein Schreibprojekt

Tatsächlich fühlen sich viele Schreibende von Sprache abgelenkt, wenn sie gerade an eigenen Formulierungen feilen. Moderation und Werbeblöcke sind besonders lästige Störfaktoren, darum bieten sich für die musikalische Untermalung eher Streaming-Portale an als klassische Radiosender. Besonders mit Instrumentalmusik können wir uns einen „virtuellen Schreibraum“ schaffen. Das hilft vor allem dann, wenn du Schwierigkeiten hast, in den Schreibfluss zu kommen. Egal, an welcher Art von Schreibprojekt du gerade arbeitest.

Wenn du nicht richtig in Schwung kommst, können dich Soundtracks von Filmen oder Computerspielen in eine euphorische Stimmung versetzen. Diesen „manipulativen“ Effekt setzen Blockbuster-Komponisten wie Hans Zimmer, John Williams oder Howard Shore bei ihrer Filmmusik ein. Ähnlich treibende Beats und eine große Orchestrierung findest du auch bei Gaming-Soundtracks. Viele Schreibende bevorzugen solche epischen Scores als Hintergrundmusik und du findest dazu auf Streaming-Portalen zahlreiche Playlists.

Eine entspannte Stimmung …

Am besten schreiben wir, wenn wir in einem entspannten Zustand sind. Das funktioniert für viele Menschen gut mit ruhiger Instrumentalmusik, Barockmusik (Bach, Haydn) und mit Instrumenten wie Harfe oder Cello. Smooth Jazz, Cool Jazz und Lounge Musik oder minimalistische Musik (Philip Glass, Ludovico Einaudi) sind ebenfalls relaxte Stilrichtungen. Playlist-Titel, in denen „… in the background“, „… for concentration“ oder „… for studying“ vorkommt, stellen sicher, dass die Musik nicht zu unruhig wird.

Es gibt auch ein eigenes Genre „Entspannungsmusik“, oft mit einem asiatischen oder keltischen Touch. Alphawellen-Musik (brainwave music) soll besonders konzentrationsfördernd sein. Angenehm sind auch Naturklänge wie Meeresrauschen, Regen oder Waldgeräusche.

… und mehr Motivation

Pulsierende Rhythmen und temporeiche Musik, wie man sie gern beim Joggen hört, können uns für trockene Texte oder Arbeitsschritte wie Recherche und Überarbeitung motivieren. Rock- und Popmusik der achtziger Jahre hat beispielsweise so eine positive Power – aber am besten funktioniert hier natürlich das, was dir gefällt. Du könntest dir eine eigene Motivations-Playlist mit Lieblingssongs zusammenstellen. Das muss in dem Fall nicht nur Instrumentalmusik sein: Es sind meist eher unbekannte Songtexte, die uns ablenken. Bei Liedern, die wir schon x-mal gehört haben, achten wir oft gar nicht mehr darauf.

Wenn du bei Streaming-Anbietern oder auf Youtube stöberst, gib ruhig auch Musikstilen eine Chance, die du noch nicht kanntest (wie Gaming-Soundtracks, Entspannungsmusik oder Jazz). Vielleicht werden gerade sie dein Schreiben neu beflügeln!

Und falls dich Musik während des Schreibens tatsächlich ablenkt: Höre sie einfach vorher in einer entspannten Stimmung, schalte sie dann aus und schreibe sofort los. Bei meinen Gateless Writing Events nutzen wir die positive Wirkung der Musik genau so. Garantiert ohne Störfaktor. Willst du ausprobieren, wie das funktioniert?

(Wie) hilft dir Musik beim Schreiben? Hast du eigene Playlists? Ich freue mich, wenn du mir davon erzählst! Schau auch mal in meinen Gastbeitrag auf dem MUSEDU-Musikblog rein – dort schreibe ich auch über Musik und Schreiben.

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