Schreibblockade lösen: Was hilft?

Vielleicht kennst du das auch: Du sitzt vor dem leeren Blatt und weißt nicht, wie du anfangen sollst. Oder du steckst schon mittendrin und kommst mit dem Schreiben plötzlich nicht mehr weiter. Das ist nicht ungewöhnlich, denn kreative Blockaden gehören zum Schreibprozess dazu. Hier zeige ich dir, was du tun kannst, um eine Schreibblockade wieder zu lösen.

Eines gleich vorweg: Lass dich nicht verunsichern, nur weil auf Social Media gern verbreitet wird, dass es „Schreibblockaden gar nicht gibt“! Das stimmt so nicht, denn dieses Phänomen wurde (wie andere Arbeits- und Kreativitätsblockaden) u. a. in der Psychologie, Neurologie oder den Schreibwissenschaften belegt und ausgiebig erforscht.

Auch aus meiner praktischen Arbeit als Schreibcoach kann ich bestätigen, dass mir ständig verschiedene Ausprägungen solcher Blockaden begegnen. Wer das selbst noch nie erlebt hat, hat also bisher vielleicht einfach Glück gehabt …

Was ist eine Schreibblockade?

Eine Schreibblockade ist ein Zustand, in dem du nicht schreiben kannst oder mit deinem Text nicht weiterkommst, obwohl du es möchtest (oder musst). Das kann sich zum Beispiel folgendermaßen äußern:

  • Du schiebst das Schreiben immer weiter auf und lenkst dich mit anderen Tätigkeiten ab
  • Du starrst lange nur aufs leere Blatt und kannst einfach nichts schreiben
  • Du bist ständig damit beschäftigt, Textpassagen zu löschen und alles umzuschreiben
  • Du verspürst gelegentlich körperliche Symptome wie Nervosität oder Schweißausbrüche

Blockaden können auch Gründe haben, die nicht sofort offensichtlich sind. Meistens haben sie nichts mit mangelnden Fähigkeiten zu tun. Studierende fühlen sich z. B. manchmal bei wissenschaftlichen Arbeiten blockiert, weil sie sich vor dem Abschluss – und der damit verbundenen Ungewissheit – fürchten. Ihre Zukunftsangst hält sie also unbewusst davon ab, mit dem Schreiben fertig zu werden.

Auch wer einen Roman schreibt, kennt meistens Selbstzweifel und Unsicherheiten. Ist die Handlung lustig oder spannend genug? Wie lebensnah und glaubwürdig sind meine Figuren? Braucht die Welt wirklich noch einen weiteren Roman? Und was, wenn ich nachher negative Rezensionen auf mein Buch bekomme? Kein Wunder, dass solche Gedanken und Gefühle verhindern können, dass man im Schreibfluss bleibt.

Was hilft bei einer Schreibblockade?

Nimm die Situation an

Mach dir bewusst, dass deine Schreibblockade keine Einbildung ist. Sie hat nichts mit Faulheit oder Disziplinlosigkeit zu tun – und auch berühmte Autor:innen haben gelegentlich damit zu kämpfen. Du bist also in guter Gesellschaft.

Selbstzweifel oder Aufschieberitis gehören zum Schreibprozess dazu, vor allem bei längeren Projekten. Versuche also, dich über die Situation nicht zu ärgern. Wenn du nicht beruflich schreiben oder eine Deadline einhalten musst, kannst du dir zwischendurch auch mal eine kreative Pause gönnen: Vielleicht brauchst du eine Auszeit von deinem Schreibprojekt, um es danach wieder neu entdecken zu können?

Finde die Ursache heraus

Schreibblockaden entstehen nicht ohne Grund. Vielleicht fühlst du dich verunsichert, zum Beispiel durch den Vergleich mit anderen. Vielleicht musstest du gerade eine negative Kritik an deinem Text einstecken. Vielleicht setzt du dich selbst mit zu hohen Ansprüchen unter Druck. Oder vielleicht steckt dahinter eigentlich etwas ganz anderes.

Versuche, die Ursache schreibend näher zu erforschen. Nimm dir Stift und Notizbuch, stell dir den Timer auf zehn Minuten und frage dich:

  • Was belastet mich gerade?
  • Was war meine ursprüngliche Motivation, diesen Text zu schreiben?
  • Warum geht es momentan nicht voran?
  • Was könnte ich verändern, damit es wieder besser klappt?

Schreibe alles auf, was dir durch den Kopf geht. Oft tauchen dabei Ideen auf, was du ausprobieren könntest, um wieder besser ins Schreiben zu kommen.

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Schreibe etwas anderes

Vielleicht kommst du bei deiner Ursachenforschung darauf, dass deine Schreibblockade gar nicht grundsätzlicher Art ist, sondern sich auf ein spezielles Projekt bezieht. Wenn du also mit deinem Roman nicht vorankommst, könntest du dir andere Mini-Schreibeinheiten gönnen, die dir gerade mehr Spaß machen:

So bleibst du trotzdem am Schreiben dran und hast kleine Erfolgserlebnisse. Und wer weiß, vielleicht kommst du ganz nebenbei auf eine neue Szene für deinen Roman?!

Schreibe mit wertschätzender Anleitung

Manchmal hilft es auch, nicht allein zu schreiben, denn in gemütlicher Runde fühlt sich eine Blockade gleich weniger belastend an. Wichtig ist dabei allerdings ein geschützter Raum und eine einfühlsame Anleitung: Zum Beispiel beim Gateless Writing.

In diesen Workshops schreibst du zu einem kreativen Impuls. Entspannt, fokussiert und ohne Grübeln. Dabei fällt es oft leichter, innere Kritiker auszuschalten (und nebenbei die Schreibblockade zu lösen). Nach der kurzen Schreibzeit bekommst du gezieltes Feedback zu deinen Stärken und erkennst, was in dir und deinen Texten steckt. Wer weiß, vielleicht beflügelt dich das so, dass du danach sofort weiterschreiben möchtest!

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Weitere Tipps findest du in meinen Beiträgen “5 Tipps gegen Schreibblockaden” und “Schreibunlust spielerisch überwinden”.

Hi, ich bin Christine!

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