Fünf Schreibimpulse zu Ostern

Ich mag es, wenn im Frühling die Tage wieder länger werden. Wenn die Luft plötzlich anders riecht und ich Lust bekomme, meinen Balkon zu bepflanzen … Das ist nach dem Jahreswechsel auch eine Zeit, die mich besonders zum Schreiben einlädt. Geht dir das auch so? Dann schnapp dir doch gleich einen der folgenden Schreibimpulse zu Ostern (oder für den Frühling ganz allgemein).

Ich schreibe diese Art von Texten immer gern mit der Hand. Stell den Timer auf 10 Minuten und nimm dir einen der Impulse vor. Schreibe über deine Erinnerungen, erfinde eine Geschichte, oder halte deine momentane Stimmung fest: Die Impulse eignen sich für verschiedene Textsorten. Sei offen für das, was beim Schreiben spontan entsteht.

1. Zum ersten Mal in diesem Jahr

Das erste Mal wieder in der Sonne sitzen. Das erste Mal wieder ohne Jacke das Haus verlassen. Das erste Mal wieder ein Eis essen. Das erste Mal wieder Fliederduft schnuppern.

Der Frühling ist voll von solchen „ersten Malen“. Gönn dir etwas Zeit, um eines davon ganz bewusst wahrzunehmen: Genieße den ersten Kaffee unter freiem Himmel, oder setz dich nach dem langen Winter endlich wieder auf eine Parkbank. Und dann nimm den Stift zur Hand und spüre diesem ersten Mal nach, mit all deinen Sinnen.

Du möchtest dir lieber eine Geschichte ausdenken? Dann schreibe darüber, wie deine Figur ein solches „erstes Mal“ erlebt …

2. Frühjahr: Reflexion und Neubeginn

Kaum zu fassen, aber dieses Jahr ist Anfang April schon drei Monate alt! Nimm dir mit ein paar Journaling-Fragen Zeit für eine erste Bilanz. Stell dir den Timer auf zehn Minuten und halte fest, was dir einfällt:

  • Wie ist das Jahr bisher für mich gelaufen (privat, beruflich – oder mit Blick auf eigene Schreibprojekte)?
  • Was hat mich in diesen drei Monaten überrascht und gefreut?
  • Was habe ich ausprobiert oder gelernt?
  • Was möchte ich in den nächsten Monaten verändern oder neu beginnen?

Vielleicht beschäftigen dich aber auch ganz andere Dinge, wenn du auf die ersten Monate des Jahres zurückblickst. Dann schreibe einfach frei drauflos und lass diese Gedanken aufs Papier fließen.

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3. Perspektivwechsel mit Osterhase & Co.

Beim Schreiben können wir auch verrückten Ideen folgen oder unser inneres Kind wieder hervorlocken. Wenn du Lust hast, probiere das gleich mal aus und widme dich ein paar Minuten lang … dem Leben des Osterhasen:

  • Beschreibe den Ort, an dem der Osterhase lebt.
  • Lebt er allein? Wer sind seine Familie und seine Freunde?
  • Wie erlebt er die Ostertage, ist er gestresst, oder macht ihm sein Job Spaß?
  • Und was treibt er eigentlich den Rest des Jahres?

Wer weiß, vielleicht entsteht dabei ja eine Geschichte, die du zu Ostern einem Kind erzählen oder vorlesen möchtest.

Der Osterhase ist dir als Schreibimpuls nun wirklich zu albern? Dann versuche es mit einem anderen „tierischen“ Perspektivwechsel. Wie fühlt sich wohl die Hummel, die draußen vor deinem Fenster herumschwebt? Oder das Huhn, das jetzt fleißig Ostereier legen darf?

4. Schreibe ein Frühlingshaiku

Sicher hast du schon von Haiku-Gedichten gehört: Mit diesen – ursprünglich japanischen – Dreizeilern wurden traditionell vor allem jahreszeitliche Momente eingefangen. Ich finde, jetzt ist der perfekte Zeitpunkt, um sich an einem Frühlingsgedicht zu versuchen. (Du hast keine Ahnung, was ein Haiku ist? Dann findest du hier einige erste Schreibtipps).

So kannst du loslegen:

  • Geh raus in die Natur und beobachte: Welche Farben und Formen nimmst du wahr? Welche Pflanzen und Tiere siehst du in deiner Umgebung?
  • Schließe die Augen und schärfe deine Sinne: Wie riecht der Frühling? Wonach schmeckt er, was kannst du alles hören?
  • Überlege: Was verbindest du mit dieser Jahreszeit? Knospen, Blüten, Licht, Vogelzwitschern … oder ganz andere Dinge?

Wenn du im Haiku-Dichten noch nicht so geübt bist, notiere dir zunächst ein paar Minuten lang deine Ideen als Fließtext.

In einem zweiten Schritt greifst du gelungene Abschnitte heraus und verdichtest sie. In deinem fertigen Haiku hat dann die erste und letzte Zeile jeweils fünf und die zweite Zeile sieben Silben. (Stimmungsvolle Kostproben liefern dir diese Weihnachtshaiku!)

5. Ostern in sechs Wörtern

Hast du schon mal eine Sechs-Wort-Geschichte geschrieben? Diese knappen Texte sind quasi die Königsdisziplin des Genres Flash Fiction. Du musst dabei natürlich nicht gleich dein ganzes Leben in sechs Wörtern auf den Punkt bringen. Starte erst mal mit einem überschaubaren Abschnitt wie dem Osterfest …

Stell den Timer auf fünf Minuten und schreibe alles auf, was dir rund um Ostern durch den Kopf geht. Zensiere dich nicht. Notiere dir Erinnerungen und Emotionen, aber vielleicht auch skurrile oder witzige Gedanken dazu.

Konzentriere dich dann auf das, was du aussagen möchtest – und wähle dafür die passenden sechs Wörter aus.

Das Ei lag im falschen Garten.
Sie fand mehr als nur Schokolade.

Probiere auch verschiedene Genres aus: Vielleicht hast du Lust auf eine romantische Variante oder einen superkurzen Osterkrimi? Spiele mit dem Ungesagten und lass die Lesenden deine Geschichten in ihrer Fantasie vervollständigen.

Du kannst von Schreibimpulsen gar nicht genug bekommen? In diesen Blogbeiträgen findest du mehr davon!

Kreative Impulse gibt’s natürlich in all meinen Schreibworkshops.
Komm doch auch mal mit dazu!

Hi, ich bin Christine!

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