Die Autorin mit der Ukulele

Sandra Andrés ist Autorin, Journalistin und Autoren-Coach. Sie bloggt, hat einen Autoren-Podcast, und plant für 2022 einige spannende Veröffentlichungen. Im Interview spricht Sandra über ihre Erfahrungen mit dem Selfpublishing, dem Schreiben und dem (Post-)Plotten und verrät uns, was ihre Ukulele mit ihrem Autorinnenleben zu tun hat.

Sandra, erzähle uns etwas über deinen Hintergrund. Wie bist du zum Schreiben gekommen?

Ich bin nicht zum Schreiben gekommen, sondern ich wurde als Autorin geboren. Das wusste ich schon immer. Als Kind habe ich Geschichten gezeichnet, noch bevor ich schreiben konnte – das war immer in mir drin und musste raus. Meinen ersten Roman habe ich mit zwölf Jahren fertig geschrieben, den hat aber nur meine Mama gelesen. Insgesamt habe ich bisher sieben Bücher geschrieben. Davon habe ich einen Roman mit dem Titel Wie warmer Juliregen auf Deutsch und Spanisch veröffentlicht, außerdem habe ich die Kurzgeschichtensammlung Unvorhergesehen auf Deutsch, Englisch und Spanisch herausgebracht.

Hast du deine Bücher im Selfpublishing oder in einem Verlag veröffentlicht? Was war deine Erfahrung damit?

Sandra Andrés und ihre Bücher

Ich habe das im Selfpublishing gemacht, weil ich unbedingt wollte, dass der Roman auch auf Spanisch erscheint. Ansonsten entscheidet ja der Verlag über die weiteren Sprachen, je nachdem, auf welchem Markt es Potenzial gibt.

Bei meiner Kurzgeschichtensammlung war ich damals noch recht unerfahren. Ich hatte eine Cover-Designerin und habe das Lektorat an jemanden im Freundeskreis abgegeben. Mittlerweile bin ich viel pingeliger geworden und würde nicht mehr auf ein professionelles Lektorat verzichten. Qualität sollte beim Selfpublishing an erster Stelle stehen, wenn man sich als Autorin positionieren möchte.

Selfpublishing ist eine gute Sache, und wenn man es richtig macht, kann man damit viel Sichtbarkeit erreichen.

Genau. Es gibt dafür mittlerweile auch viel Unterstützung. Natürlich stellt sich dabei immer die Frage: „Will ich Zeit oder Geld investieren?“ Mit meinem Business „Autorenträume“ habe ich mich in diesem Jahr als Consultant selbstständig gemacht. Ich biete damit eine personalisierte Rundumbetreuung, bei der ich alle Schritte auf dem Weg zum eigenen Buch abdecke. Dazu gehören unter anderem Buchsatz, Marketing oder Social Media Reichweite. Für das Lektorat habe ich eine Kooperation.

Bleibt dir daneben überhaupt noch Zeit für deine eigenen Buchprojekte?

Ich bin eine Nachtschreiberin. Wenn mein Mann abends ins Fitnessstudio geht, setze ich mich hin und schreibe an meinem aktuellen Roman Als das Gras zu wachsen aufhörte. Der Roman ist derzeit im Lektorat und wird am 22. März 2022 erscheinen. Im Januar wird meine zweite Kurzgeschichtensammlung Unausgeschrieben veröffentlicht. Außerdem möchte ich im nächsten Jahr noch ein Sachbuch herausbringen und habe weitere Projekte geplant.

Worum geht es in deinen Romanen?

Ich schreibe Entwicklungsromane, bei denen natürlich auch die Liebe immer mit dabei ist. In meinem aktuellen Roman geht es um Kaia und Gil, die 1997 eine stürmische erste Liebe erleben und sich zwanzig Jahre danach wieder treffen. Es geht viel um Psychologie und Vergebung. Beim Schreiben über die Liebe wird mir nicht langweilig, da ist nie schon alles erzählt. Ein anderer zentraler Punkt sind bei mir Affären – ich finde die Motive und Gründe dafür super spannend.

Wie gehst du beim Schreiben vor – plottest du, oder schreibst du einfach drauflos?

Ich bin eine überzeugte „Post-Plotterin“. Das heißt, ich beginne mit einer Idee, konzipiere ein paar Kapitel vor und weiß, wie ich enden werde und wo die Figuren hinmüssen. Was dazwischen passieren wird, weiß ich nicht genau. Ich schreibe wild drauflos, lasse den Figuren freie Hand, lasse mich auch überraschen … und wenn ich geschrieben habe, plotte ich mit dem Plotting-Tool StoryIt. Dann sehe ich: In welche Plot-Methode passt meine Geschichte? Ist die Handlung stimmig? Wo sind Plotlöcher?

Du bist ja auch Musikerin. Hörst du beim Schreiben Musik, und hast du vielleicht sogar eine spezielle „Schreibmusik“?

Ich habe immer einen Soundtrack zu meinen Büchern und lasse mich durch Musik und einzelne Lieder inspirieren. Beim Schreiben höre ich aber niemals Musik. Ich brauche dazu Ruhe und schreibe auch nur, wenn ich allein bin. Den Soundtrack zu meinen Büchern spiele ich auf Instagram auch auf meiner Ukulele ein, und ich gestalte auch meine Lesungen aktiv damit.

Was ist dein liebster Schreibtipp?

Mein kurzer Schreibtipp ist: Such dir einen Schreib-Buddy, den du volljammern kannst über dein Schreibleben. Mit dem musst du auch gar nicht unbedingt schreiben.

Mein ausführlicher Schreibtipp basiert auf einem Zitat von Ralph Keyes, das auch auf meiner Website steht: Serious writers write, inspired or not. Fürs Schreiben ist ein gewisses Maß an Disziplin und Routine wichtig. Ich habe auch Tage, an denen es fließt und Tage, an denen ich mich nicht kreativ fühle und lieber auf dem Sofa versinken würde. Trotzdem versuche ich, mich jeden Tag hinzusetzen und zu schreiben, auch wenn es nur ein Absatz ist. Damit bleibt man am Projekt dran – und oft ist auch das, was man geschrieben hat, wenn man sich „uninspiriert“ gefühlt hat, im Nachhinein ganz brauchbar.

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