Kreativ(er) schreiben mit der Hand

In kreativen Schreibworkshops, wie auch beim Gateless Writing, schreiben wir oft mit der Hand. Das hat einige Vorteile: Studien haben gezeigt, dass das freie Schreiben mit der Hand die neuronalen Verbindungen in unserem Gehirn verbessern und Kreativität freisetzen kann. Wenn wir Buchstaben mit der Hand schreiben, bewegt sich unser Körper mit. Dadurch werden Hirnareale angeregt, die für unser Denken und Sprechen zuständig sind – das schaffen unsere monotonen Tipp-Bewegungen nicht.

„Die Hand sind wir selbst, ein Computer nicht“, schreibt Doris Dörrie in ihrem Buch Leben. Schreiben. Atmen. Und so ist es nur logisch, dass wir auf mehr (und auf völlig andere!) Ideen kommen, wenn wir mit der Hand schreiben, als wenn wir tippen. Wir schreiben automatisch bildhafter, sind kreativer und fantasievoller … Das langsamere Schreibtempo trägt außerdem dazu bei, dass wir mehr Zeit haben, gedankliche Verbindungen herzustellen. Ganz nebenbei trainieren wir auch noch unsere Feinmotorik. Und kürzlich hat eine japanische Studie wieder gezeigt, dass wir uns Dinge, die wir mit der Hand notieren, besser merken können. Gute Gründe also, mal wieder einen Stift in die Hand zu nehmen!

Handschreiben gezielt einsetzen

Von vielen Schriftsteller:innnen wissen wir, dass sie ihre ersten Entwürfe mit der Hand geschrieben haben. Natürlich bedeutet das nun nicht, dass wir unser ganzes Manuskript auf Zettel kritzeln und die moderne Textverarbeitung ignorieren sollten. Aber wir können das Handschreiben zwischendurch gezielt einsetzen: Wenn wir neue Ideen brauchen. Wenn wir feststecken. Wenn wir unmotiviert sind. Wenn wir plotten. Wenn wir Rohentwürfe schreiben. Wenn wir eine neue Figur entwickeln. Wenn wir gerade unterwegs sind. Wenn wir rasch eine Idee festhalten wollen.

Hast du jetzt Lust bekommen, auch mal mit der Hand zu schreiben? Dann könntest du in nächster Zeit verschiedene Schreibgeräte testen. Ein Füller, der sanft übers Papier gleitet, macht für mich einen großen Unterschied. Und er muss gar nicht teuer sein, ein Schulfüller reicht völlig aus. Andere schwören auf Tintenroller oder schreiben lieber mit Bleistift. Einfach ausprobieren! Zum Thema Papier meint Schreibcoach Natalie Goldberg übrigens, wir sollten einen möglichst billigen Schreibblock nehmen: So ist die Hemmschwelle für unseren ersten Entwurf niedrig. Ich finde allerdings: In einem schönen Notizbuch schreibt es sich doch gleich ganz anders! Wichtig ist mir vor allem, dass es ein Papier ist, auf dem mein Füller gleitet und bei dem die Tinte nicht durchsuppt.

Sauklaue? Kein Problem!

Damit wir keinen Krampf bekommen, hilft es, die Schreibzeit zu begrenzen: In zehn, fünfzehn Minuten kann schon viel Kreatives auf dem Papier passieren. Wenn wir den Text dann abtippen, glätten wir ihn meist ganz nebenbei – und das ist schon ein erster, wichtiger Überarbeitungsschritt.

Du denkst jetzt vielleicht: „Das ist ja alles schön und gut, aber wie soll ich das anstellen mit meiner Sauklaue?“ Nun, da hast du meine noch nicht gesehen! Aber warum sollte das eine Rolle spielen? Es muss ja niemand lesen außer dir. Zugegeben, ich muss mich manchmal ein bisschen anstrengen, meinen Text beim Vorlesen oder späteren Abtippen zu entziffern. Egal. Wichtig ist nur, dass der Text überhaupt seinen Weg nach draußen gefunden hat. Wer üben möchte, leserlicher zu schreiben, könnte ja mal wieder ein paar Briefe oder Urlaubskarten schreiben … Oder probieren, sich künstlerisch damit auszudrücken – Stichwort „Handlettering“. Auch hier sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt.

Möchtest du erleben, wie deine Kreativität handschriftlich (und mit den passenden Schreibimpulsen) aufblüht? Dann schau doch mal bei einem Gateless Writing Event vorbei!

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