Was tue ich bei Schreibblockaden?

In ihrer aktuellen Blogparade fragt die Schreibmentorin Daniela Pokorny/Linguistsway danach, wie wir mit Schreibblockaden umgehen. Ein Thema, das mir immer wieder in meinen Schreibcoachings begegnet, und das ich selbst nur allzu gut kenne.

Interessanterweise fühle ich mich bei beruflichen Texten nicht „blockiert“. Vielleicht, weil ich bei dieser Art von Texten meistens eine genaue Vorstellung davon habe, was ich schreiben möchte? Wenn ich denke, dass ich etwas zu einem Thema beitragen kann (und mich kompetent genug fühle), fällt mir das Schreiben leicht.

Anders sieht es dagegen bei dem Roman aus, an dem ich schon seit einiger Zeit arbeite … denn dabei plagen mich immer wieder Schreibflauten und Selbstzweifel. Ist meine Handlung interessant, lustig, spannend genug? Wie lebensnah, sympathisch, glaubwürdig sind meine Figuren? Braucht die Welt wirklich noch einen weiteren (also, meinen) Roman? Solche Gedanken gehen mir dann durch den Kopf und verhindern, dass ich im Schreibfluss bleibe. Zum Glück kenne ich mittlerweile ein paar Tricks, mit denen ich mich aus solchen Schreibtiefs befreien kann:

1. Ich nehme die Situation an

Auch berühmte Autor:innen kennen diese Phasen, denn sie sind beim Schreiben ganz normal. Schreibblockaden sind keine Einbildung. Sie haben nichts mit Faulheit oder Disziplinlosigkeit zu tun. Und sie lassen sich überwinden! Auch Selbstzweifel gehören zum Schreibprozess oft mit dazu, vor allem bei längeren Projekten. Ich versuche also, mich über die Situation nicht allzu sehr zu ärgern. Manchmal brauchen wir auch einfach eine Auszeit von unserem Schreibprojekt, um es danach neu entdecken zu können.

2. Ich denke schreibend über die Ursachen nach

Ich schnappe mir gern mein Notizbuch und einen Stift, stelle mir den Timer auf zehn Minuten, und gehe der Sache auf den Grund: Was belastet mich gerade? Was war meine ursprüngliche Motivation, diesen Roman zu schreiben? Was hat sich verändert? Warum geht es momentan nicht voran? Ich schreibe alles auf, was mir durch den Kopf geht. Meistens bekomme ich dann eine Idee, was ich ausprobieren könnte, damit das Schreiben wieder besser klappt.

3. Ich nutze den kollektiven Schreibflow

Im November startet wieder der „National Novel Writing Month“ (NaNoWriMo): Dabei stürzen sich einen Monat lang Menschen auf der ganzen Welt in ihre Schreibprojekte. Der perfekte Zeitpunkt, um vom kollektiven Schreibflow zu profitieren! Auf der NaNoWriMo-Plattform kann man sich kostenlos ein Profil anlegen und Schreibziele setzen. Mir hilft das, den inneren Schweinehund zu überwinden und täglich kleine Erfolge zu feiern. Über diese Plattform kann man sich auch gut mit anderen Schreibenden vernetzen und sich gegenseitig anfeuern.

4. Ich schreibe Haiku und Microfiction

Mittlerweile habe ich erkannt, dass meine Schreibblockade nie grundsätzlicher Art ist, sondern sich auf ein spezielles Projekt bezieht. (Momentan eben auf meinen halbfertigen Roman.) Wenn es damit nicht vorangeht, suche ich mir andere Mini-Schreibprojekte. Ich gehe in den Park und schreibe ein Haiku über buntes Herbstlaub. Oder ich verfasse Flash Fiction und Microfiction: Kürzestprosa, die ich dann auf story.one veröffentliche. So bleibe ich am Schreiben dran und habe kleine Erfolgserlebnisse. Und wer weiß, vielleicht komme ich dadurch auf eine neue Szene für meinen Roman?

5. Ich nutze … Musik!

Ich bin leidenschaftliche Hobbymusikerin und Musik hilft mir auch dann, wenn ich mich beim Schreiben blockiert fühle. Dann lege ich mich gern mit Kopfhörern aufs Sofa, schließe die Augen und höre Filmmusik. Soundtracks entspannen mich und erzeugen Bilder in meinem Kopf. Und manchmal muss ich plötzlich mittendrin aufspringen, um mir eine neue Schreibidee zu notieren.

Kämpfst du auch manchmal mit Schreibblockaden? In meinem Blog findest du weitere Tipps, wie du damit umgehen kannst: Schau mal in die Beiträge „Schreibblockade adé„, „Kreativtipps für deinen Roman“ und „Mut zur Lücke“ oder die Mini-Serie „Musik zum Schreiben.“ Und stöbere auch in den anderen hilfreichen Beiträgen zu Danielas Blogparade. Gib dir Zeit und probiere in Ruhe aus, was dir und deinem Schreiben gut tut.

Wenn dich die Schreibblockade zu sehr belastet, kann ein Schreibcoaching weiterhelfen. Und auch ein Gateless Writing Schreibsalon kann Wunder wirken: Wir schreiben dort entspannt in geselliger Runde und genießen stärkendes Feedback. So kommen wir auf frische Ideen, bleiben im Schreibfluss und tanken neue Motivation.

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